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HeliNight 2006
Meine ersten Fernseh-Erfahrungen

4. HeliNight Bergkamen 26.02.2006, Römerbergsporthalle
Das gezwischter der hochdrehenden Rotoren mit ihren Carbon Rotorblättern versetzt die Halle in eine besondere Geräuschkulisse, die nur einmal im Jahr zu hören ist.
Piloten fachsimpeln und bestaunen die kreative Arbeit einiger besonderer Modelle.

Ich stehe mit dem Fernsehteam vom WDR an der Kamera erwarte die Instruktionen von Nils Rode, dem Teamleiter.
Am ganzen Körper verspüre ich ein heftiges kribbeln. Der Flugleiter nimmt sein Mikro und fordert die Piloten am Flugfeld auf, ihre in der Luft befindlichen Fluggeräte zu landen.
Nun verspüre ich wie leichte Hitzewellen in mir aufsteigen. Ganz zu schweigen von dem kalten Schweiß der mir auf der Stirn steht. Herr Rode gibt mir das Zeichen das ich meinen X-Pro starten soll.
Die sonst so sicheren Abläufe verunsichern mich und ich gehe noch mal alles durch.
Modellauswahl – ok
Alle Flugphasenschalter auf aus – ok
Gyro auf AVCS – ok
Gaslimiter auf Null – ok
Ich nehme die Sicherung vom Pluskabel des Akku und schliesse diesen an den Regler an. Der Regler signalisiert mir einigen Peeps das er bereit ist. – Bin ich es auch ?
Wie schon etliche male schiebe ich die Haube auf und befestige diese am Chasis.
Preflightcheck:
Kontrolle ob GY im AVCS Modus ist – ok Led leuchtet ständig
Kontrolle ob Taumelscheibe frei und richtig kippt – ok
Heck nach Links um den Hecksteller zu initialisieren – ok

Nachdem ich den Nackengurt gerichtet habe und den Sender zurecht gerückt habe spüre ich wie ca. 200 Augen, eine Fernsehkamera und einige Camcorder auf mich gerichtet sind – Douglas Adams würde sagen „No Panic!“
Leider kann mich das nicht besonders beruhigen!
Ich lege die Flugphasenschalter auf die Position „Fliegen für Erwachsene“
3000 RPM, no Expo, no Limits, …
Schnell drehen sich die Helitec-Rotorblätter zur Bestimmungsdrehzahl und ich versuche mich zu konzentrieren. Mit sanftem Pitch hebt sich der X-Pro vom Boden ab und steigt in Augenhöhe. Die Schweinwerfer der Kamera erhellen sich und lassen den X-Pro in einem nie vorher gesehen Licht erstrahlen. Dieser Anblick macht mir Mut und ich spüre, dass meine benötigte Selbstsicherheit wiederkehrt.
Ein, zwei Piroutten und etwas Schweben und schon erfährt der Lipo-Akku die erforderliche Betriebstemperatur.
Nils Rode spricht zu mir und fängt an mir Fragen zu stellen während ich mit dem X-Pro meine Runden drehe. Es ist schon schwer sich mit jemandem zu unterhalten während man einen Heli fliegt und diesen gezielt zu steuern, aber nun auch noch hochtrabende Antworten auf nicht abgesprochene Fragen zu geben ist schon heftig. Dabei im Hinterkopf, dass dieses Gestammel evtl. ins Fernsehen kommt …
Frage: „Was bedeutet Scale-Fliegen“
Ich antworte und währenddessen lasse ich den X-Pro eine saubere Runde drehen ohne dabei an Höhe und Geschwindigkeit zu verlieren. Es verschafft mir wiederum Sicherheit und Selbstvertrauen
Frage: „Und 3D fliegen ist Rollen und auf dem Rücken zu fliegen …“ Das kann ich denke ich – Aus dem Unterbewusstsein werden die schon sooft vollzogenen Befehle abgerufen und ausgeführt - Nick ziehen und einen Pitch-Stoss geben, so dass der X-Pro schnell auf dem Rücken liegt. Über meine Lippen sprudeln ein paar Worte ohne darüber nachzudenken.
Es ist schon erstaunlich, wie schnell Man(n) die Kameras, die Mikrofone und Zuschauer verdrängt.
Nun möchte das Team, dass ich mit dem X-Pro ca. eine Handbreit über der senkrecht stehenden Kamera schwebe.
Anflug – über der Kamera kurz stehen bleiben - nach oben weg steigen
Na wenn es weiter nichts ist, dachte ich zuerst. Als dann der X-Pro wieder in der Luft war, kamen dann doch die ersten Zweifel. Der Pulsschlag stieg und ich wurde unsicher, je näher ich der Kamera kam.
Einen Hubschrauber über einen fiktiven Punkt im Raum schweben zu lassen ist einfach – Aber nun mit 3000 RPM über einer verdammt teuren Kamera zu schweben war schon eine Herausforderung.
Ein heftiger Schub an Adrealin wird freigesetzt als ich der Kamera etwas zu nah komme und mit einem starken Pitch-Stoss schiesst der X-Pro 2 Meter hoch. Puh – Das war knapp.
Mein Blickwinkel verengt sich um nur noch den X-Pro und die Kamera zu beobachten. Ich stelle fest, dass ich nur noch denke wohin der Heli fliegen soll, nicht mehr wie ich steuern muss!
Ich wage ein Anflug auf dem Rücken, allerdings mit wesentlich mehr Respekt und Abstand von der Kamera. Der daraus entstehende „Kick“ ist absolut heftig!
Nach ein paar Überflügen muss ich auch schon feststellen, dass mein Konzentration nachlässt und ich hoffe, dass einer dieser Überflüge dem Team gefiel.

Alles in Allem muss ich sagen, dass diese Erfahrung echt klasse war und ich war zu Schluß doch erstaunt wie ruhig ich doch war.

Also wenn von Euch jemand diese Erfahrung auch mal machen kann – Es lohnt sich

Danke auch nochmal an das WDR Team, dass einen sehr guten Bericht erstellt hat!

Hier der Link zum Video HeliNight 2006 Lokalzeit (Sonntag) (28 MB)



Fernsehaufnahmen mit dem WDR Team

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