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Friedrichshafen 2005
Ein großes Dankeschön

November 2005, Messe Bodensee

Der kleine Piccolo im Hughes 300 Gewand fliegt sauber und leise an mir vorbei. Ich stehe zum ersten mal auf einer Messe, mitten in dem mit Netzen abgespannten Flugraum der Messehalle. Außen Zuschauer, innen vor den Netzen verteilt die Piloten mit ihren Modellen auf den Tischen.
Stefan Spatz gibt mir sein Zeichen. Ich spüre plötzlich meinen Herzschlag und wie meine Hände feucht werden und den MX-22 Sender leicht verkrampft halten. In der Halle ist es laut und überall bewegt sich etwas. Nu ganz ruhig bleiben : Preflight Check - Alle Servos laufen richtig - Gyro nochmals initiieren - OK
Mit dem umlegen den Flugphasenschalters beginnt die verchromte Glocke des SHP-Motors SS23 sich zu drehen und treibt den Rotor meines T-Rex XL an. Der JAZZ Regler lässt den Motor sanft an die Bestimmungsdrehzahl drehen. Das sonst so schöne zwitschern der Helitec-Blätter verstummt in dem allgemeinen Gemurmel der Zuschauer.
Ich hätte den Gürtel nicht um die Hüfte, sondern um meine Knie wickeln sollen, die plötzlich ohne jegliche Führung hin und her wackeln. Mein Herz rasst und die Atmung wird heftig.
Eine leichter Pitch-Stoss und schon schwebt das edle Fluggerät vor meinen Augen in 1,5 m Höhe. Mein Mund wird trocken. Langsam ein paar Pirouetten zur Kontrolle ob wirklich alles so funktioniert wie es soll. Alles klar! Durch etwas Nick ziehen beginnt der T-Rex sich langsam rückwärts zu bewegen und ohne darüber nachzudenken werden die Steuerbefehle für das Rückwärtsfliegen abgerufen. Ich spüre wie sich ca. 2 qm Gänsehaut über meine Körper verteilen. Jetzt darf nichts schief gehen! Je weiter der Heli sich von mir entfernt, desto nervöser werde ich.
Die sonst so vertrauten Geräusche vermischen sich in dem Getöse der Halle zu einem nicht definiertem Lärm.
Seitwärts schwebend steuere ich die mir bekannten Nasen und Heckkreise um mich etwas zu beruhigen. Doch dann kündigt Gernot per Lautsprecher dem Publikum an, das dieser Heli ja eigentlich für Kunstflug gedacht ist und ja auch auf dem Rücken fliegen kann. - Panik - Ich muss mein Gewicht auf das rechte Bein verlegen, damit man nicht sieht, wie stark meine Knie zittern.
Ich blende alle Unbekannten Geräusche und Bewegungen aus und sehe nur noch meinen T-Rex. Aus dem Unterbewusstsein werden die richtigen Impulse an die Knüppel über mein Hände weitergeleitet und ehe ich überhaupt zögern kann, schwebt der T-Rex auf dem Rücken mit der wunderschönen MP-Haube zu mir. Ein Hitzestoss durchfährt meine Körper und das freigesetzte Adrenalin lässt zu, dass ich den Heli so tief über dem Boden schweben lasse, dass plötzlich ein lautes kratzendes Geräusch die Zuschauer aufschreien lässt. - Bladescratching -
Nun kommt die gewohnte Sicherheit zurück und lässt zu, dass ich den Heli etwas ruhiger durch die Halle bewege.
Beim Rückenflug in Bodennähe macht sich die offen Struktur der Halle bemerkbar und lässt den Heli durch die Zugluft der offenen Türen auf und bewegen. Nach ein paar Überschlägen schwebe ich vor mir und setzte den T-Rex sanft vor meine Füssen ab - Geschafft!
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Im April 2003 stand ich in der Dortmunder Westfalenhalle auf der anderen Seite des Netzes fasste den Entschluss auch mal einen Heli fliegen zu wollen - Ich kaufte dort einen Eco-Piccolo ...
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Als ich nun den Motor abstelle weicht die Unruhe in mir und ich nehme plötzlich wahr, wie stark das Publikum applaudiert und pfeift. - WOW - Danke


Diesen Applaus möchte ich nun an diejenigen weitergeben, die maßgeblich daran beteiligt waren, dass ich nun auf der Innenseite des Netzes stehen darf.

Ein Dankeschön an:



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