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R22 Schnupperflug

ein unglaubliche Erfahrung ...

Schupperflug mit einer echten R22 Robinson auf der Baden-Airport Flugplatz.

Schnupper-Selbstflug in einer R22
Schnupper-Selbstflug in einer R22

Meine liebe Frau Manuela meinte, dass ich mal wieder einen kleinen Kick in meinem Leben vertragen könnte. Sie schenkte mir zu unserem Hochzeitstag einen Schnupper-Selbstflug in einer R22 - WOW!

Es war zwar nicht das schönste Wetter, aber die Freude auf das bevorstehende Ereignis ließ schnell in Vergessenheit geraten, dass es doch recht windig war.
Nach kurzer Suche des Starplatzes der R22 auf dem Baden-Airport warteten wir im Piloten-Treff. Überall Fotos und Erinnerungen von Piloten und Flugschülern. Ein Kaffee für Manuela und ein Wasser für mich - Ich war sowieso schon Aufgeregt genug :)

20 Min später konnte ich das Geräusch einer im Anflug befindlichen R22 vernehmen - Doch man sah nichts. Leider war die Sicht durch einen hohen Zaun versperrt. Doch das war sie. In langsamer vorwährts Fahrt schwebte die dunkelgraue Maschine in 2 m Höhe zum Landeplatz. das Heck schwenkte um 90 Grad zum Helipad ein und der Pilot setzte die Maschine behutsam auf.

Ein paar Minuten später öffnete sich die Tür und ein junger Man stieg aus und kam in das Gebäude. Er ging einfach durch und verschwand aus dem Cafe ohne ein Wort zu verlieren. Was war das?
Erst jetzt bemerkte ich, dass eine weitere Peron in der Maschine saß. Durch die verspiegelte Kanzel konnte ich schemenhaft erkennen, dass er an den Steuerorganen schraubte.
Nun stieg auch dieser Mann aus und kam in das Cafe. Er kam direkt auf uns zu, begrüßte uns und erklärte, dass er das Lehrer/Schüler Gestänge montieren musste. Aha :)
Weil er sich etwas verspätet hatte, gingen wir direkt zur Maschine. Hier bekam ich nun ein kurze Einweisung in die Grundlagen des Heli-Fliegens. Weil er wusste, dass ich Modellhubschrauber flog, fiel dieser Einweisung etwas kürzer aus.
Anschließend wurde die Fotos von dem Fluglehrer gemacht. Zu meiner Schade muss ich gestehen, dass ich durch die Aufregung glatt den Namen des netten Herrn vergessen habe ...
Er brachte Manuela zurück zum Cafe (es war ja abgesperrtes Gebiet) und platzierte mich vorher in der R22. Es waren reichlich Instrumente vorhanden, die ich nicht alle auf Anhieb deuten konnte. Klar die typischen Instrument wie Höhenmesser, Horizont usw. waren einfach, doch da waren auch Instrumente die ich mir einfach nicht erklären konnte. Auweia dachte ich - Was soll das nur geben.
Nachdem ich mich in der doch recht engen Kabine angeschnellt hatte, wurde ich immer ruhiger. Als der Fluglehrer zurückkam und sich angeschnallt hatte, machte er mich mit den wichtigsten Instrumenten vertraut. Er startete den Motor und erklärte mir die Kommunikation mit dem Kopfhörer. Es wurde doch recht laut in der Maschine.
Als der Motor und die Kupplung die erforderliche Drehzahl erreicht hatten, bewegte sich langsam der Rotor und kam auf seine Nenndrehzahl. Vibrationen setzten nun im gesamten Hubschrauber ein und ich war immer noch seltsam ruhig als plötzlich englische Wortfetzen in dem Kopfhörer zu hören waren. Der Fluglehrer lächelte und drehte den Lautsprecher leiser als er erkannte, dass ich wohl ein etwas verzerrtes Gesicht machte.
Nun zeigte er mir die Steueranordnung, die recht lustig aussah. In der Mitte der Kabine kam der eigentliche Steuerknüppel aus dem Boden. Am Ende des Knüppels befand sich ein Gelenk, das einen wie ein weit gezogenes "M" aussah. Dieses "M" war drehend gelagert und an den beiden Enden des "M"s war der Steuerknüppel für den Piloten Links oder rechts. Der Fluglehrer meinte, ich solle schon mal locker seine Bewegungen mitführen, damit ich ein Gefühl bekommen soll, wie dieser Hubschrauber fliegt. Nachdem die Freigabe des Tauer kam, kniff er mir ein Auge zu und zog langsam am Pitchknüppel. Ich spürte sofort, wie das Heck nach links und rechts schwang. er sagte mir, dass das Heck sehr sehr vorsichtig zu bedienen sei, weil der Heckrotor sehr viel Leistung braucht und die se Leistung in der R22 leider nicht in ausreichenden Maß zur Verfügung steht.
Im ca. 3 m Höhe hoverte die R22 über den Taxiway zu eigentlichen Startbahn. Weil eben der Motor der R22 doch recht kraftlos ist, erklärte der Fluglehrer, dass die Maschine erst 80 Knoten horizontal Fahrt aufnehmen muss, bevor am Pitchknüppel gezogen werden darf.

Nun spürte ich wie der doch heftige Wind die Maschine in alle Richtungen bewegte. Mit zunehmender Fahrt beruhigten sich diese und die Maschine gewann an Höhe. Durch diese Kanzel wirkte alles anders als bei den Flügen in einem Segelflugzeug oder als in dem Rundflug mit der Propeller-Maschine auf dem Dortmunder Flugplatz.

Die Lautstärke war schon recht heftig und die Vibrationen nahmen auch nicht ab.
Ich sollte nun versuchen, die Richtung zu halten und immer auf mein "Gesäß" hören, denn fliegen würde man mit dem Ars... :)
Mein nächste Aufgabenstellung war nun die Einhaltung der 80 Knoten auf dem Geschwindigkeitsmesser. Na - das sollte nicht schwer sein dachte ich - Weit gefehlt! Diese Aufgabe war doch schwieriger als ich dachte (Ich kam mir vor wie ein Fahrschüler in einem Auto, der nicht schneller als 50 fahren darf. Ständig im Sichtwechsel zwischen Strasse und Tacho) . Zu meinem Erstaunen waren die Steuerbefehle so träge, das ca. 1-2 Sekunden vergingen, bis eine Reaktion in der R22 spürbar waren. Zudem kam noch, dass sämtliche Bewegungen der Maschine erst recht Spät von mir wahrgenommen wurden, weil meine Sicht sich auf den Horizont richtete. Dieser Blickwinkel konnte die scheinbare Abweichung von ein - zwei Grad nicht wahrnehmen. Diese kleine Abweichung machte sich allerdings bei der vorwährts Fahrt sofort durch Geschwindigkeits -zuwachs oder -abnahme bemerkbar. Sobald die Geschwindigkeit zunahm, stieg die Maschine, wurde ich langsamer sackte die R22 durch. => Das RC-Heli fliegen ist um längen einfacher!
Nachdem sich der Fluglehrer ein paar mal das Lächeln nicht verkneifen konnte, löste sich bei mir die Verkrampfung und als ich alles etwas lockerer sah, flog das gute Stück auch schon viel ruhiger. En Blick nach draußen, dann aber wieder alle Instrument der Reihe nach checken - Höhenmeter, Geschwindigkeit, Horizont, Drehmoment, ...
"Nun fliegen wir mal der Bahnlinie nach, bis wir an dem großen Werksgelände ankommen ..." krächzte es in dem Kopfhörer.
Naja, dies sollte jetzt einfacher sein. Ich konnte mich ein wenig umsehen und dann musste ich aber wieder aufpassen, was die Instrumente sagen. "Jetzt versuchen wir mal einen Vollkreis ..." Die Höhe lag bei 1100 Fuß, die Flugbahn entlang der Bahnlinie war bei ca. 260°. Anders als beim RC-Heli folgte das Heck wie eine Windfahne der Flugbahn, so das ein Korrektur nicht nötig war. Im Gegensatz dazu war der Kurvenflug ein Kombinationsspiel aus Pitch, Roll und Nick mit kurzem Zeitversatz. Als ich den Vollkreis beendet hatte waren wir bei 1300 Fuß und 90 Knoten (Und weit weg von den Bahnschienen) Naja - Da müssen wir wohl noch recht viel üben :)
Die anschließende liegende Acht zu fliegen war purer Stress und weit weg jeglicher Vorstellung wie schwer es war einen richtigen Hubschrauber zu steuern.
"Jetzt steuern wir den Airport an ..." war der nächste Befehl. - Aber wo war der Airport?!? Soweit sind wir doch gar nicht geflogen - Völlige Orientierungslosigkeit - Ich bin völlig aufgeschmissen und frage wo denn der Flugplatz sei? Lautes Lachen schallt durch die Kabine der R22 und mit ausgestrecktem Zeigefinger deutet der Fluglehrer auf einen hellen Mast. Das war der Tauer - Ich konnte weder eine Startbahn, noch irgendwelche Landesignale erkennen. Nach ca. 5 Min Flug sollte ich langsam Pitch reduzieren und dabei aber nicht unter 80 Knoten kommen. Langsam spürte ich wie sich kleine Schweißperlen auf meiner Stirn bildeten. Durch den starken Wind wollte das Heck immer woanders hin als ich und bei leichter Korrektur des Hecks, verlor der Heli auch immer wieder Höhe. Ein ständiges hin, her, auf und ab gemischt mit Geschwindigkeiten um 70-90 Knoten.
Irgendwann übernahm dann der Fluglehrer und schwebte locker wieder über der Landebahn in Richtung Taxiway.
Nachdem ich wieder im Cafe angekommen war und das breite Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen war, verabschiedeten wir uns und ich bedankte mich für dieses Erlebnis!

Auf dem Weg zum Auto stellte ich fest, dass meine Knie nicht unter Kontrolle zu bekommen waren. Plötzlich brach bei mir sämtliche Anspannung über mir ein und mit Mühe konnte ich mich in das Auto setzen - WOW - Was für ein Tag :)

Danke Manuela! >>Ich liebe DICH<<

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